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Oster-Workation – schon geplant?

Können Sie sich vorstellen, im Ferienclub Ihrer Arbeit nachzugehen?

Verhandlungen aus dem Hotelzimmer heraus zu führen? Und das auf Dauer von mehreren Wochen?  Genau das wird jetzt Vielerorts angeboten. Unter dem Namen „Workation“, einer Verschmelzung aus „Work“ und „Vacation“, gibt es zahlreiche Variationen dieses Angebots. Auch viele Stadthotels bieten seit neuestem ihre Zimmer oder eilig errichtete „Coworking-Spaces“ in der Lobby zum täglichen Arbeiten an.

Doch nicht nur Hotels möchten in die vermeintlich lukrative Welt der flexible Workspaces vorstoßen. Hat Corona doch viele Menschen ins Homeoffice gezwungen, ohne dass es überhaupt ein vernünftiges Office zu Hause gab. Da müssen Esstische und Bügelbretter häufig als Schreibtische herhalten. Das Geschäftsmodell, Arbeitsplätze außerhalb des Homeoffices anzubieten, zieht Unternehmen aus vielen verschiedenen Branchen an. So zum Beispiel auch das Immobilienunternehmen „Deutsche Wohnen“, zu dessen Portfolio viele Plattenbauten aus alten DDR-Beständen gehören. Die Verbindung erscheint auf den ersten Blick etwas schräg –  doch auch der Mitbewerber „Vonovia“ möchte sich laut eines Artikels im Handelsblatt dem Trend anschließen.

Das langsame Abdriften von Arbeiten und Arbeitsplätzen an immer neue Orte, in immer neue Zusammenhänge, nimmt teils lustige Formen an. Dabei ist es eigentlich nicht zum Lachen. Fast zwei Drittel des Tages verbringen die meisten von uns bei der Arbeit. Dafür gibt es Arbeitsrichtlinien, die genau festlegen, wie der Abstand zwischen Kopf und Monitor, die Sitzhöhe, der Lichteinfall und der Sauerstoffwert sein muss. Und das zu Recht! Diese Gesetze sind eine Errungenschaft, die viele Jahre gedauert hat. Es ist nun einfach mal Fakt, dass schlechtes Sitzen auf Dauer krank macht. Dann kommt Corona und alle die, die Arbeitsrichtlinien bisher sehr hochgehalten haben, plädieren plötzlich fürs Homeoffice. Das ist doch opportun, mag man da laut ausrufen!

Office with a view: Ausblick auf die Binnenalster, Gutruf Haus

Besser schlafen, arbeiten und wohnen

Aus der Not heraus einen Workspace gestalten – gar nicht so einfach. Gibt es doch viele Regeln und Spielregeln zu beachten. Gesundes, professionelles Arbeiten ist kein Thema, das man einfach mal so „mitnehmen“ kann! Es ist ein Kernthema, das eine große Relevanz und Wichtigkeit für die Gesellschaft hat. Anita Gödiker, CEO von Satellite Office, dazu: „Nur weil ich bei Satellite Office einige leere Büros durch Corona habe, stelle ich da keine Betten rein oder mache Wohnungen daraus! Wir nehmen unser Kerngeschäft sehr ernst, schließlich sind wir seit über zwanzig Jahren nur und ausschließlich damit beschäftigt, die besten, modernsten und professionellsten Arbeitsplätze zu gestalten und anzubieten. Es kann nicht jeder einen Workspace machen. Wenn jeder bei seinem eigenen Fokusgeschäft bliebe und man eher in Richtung strategischer Partnerschaften dächte, würde die Gesellschaft wesentlich mehr profitieren. Und wohl auch besser schlafen, arbeiten und wohnen!“