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Vor- und Nachteile des Großraumbürokonzeptes

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Kleines Glück oder großes Grauen im Großraumbüro? Das Konzept des Großraumbüros ist gelinde gesagt umstritten. Die einen fühlen sich pudelwohl, die anderen lehnen Großraumbüros rigoros ab. Welcher Typ sind Sie? Wir widmen uns den Vor- und Nachteilen, die das Bürokonzept mit sich bringt.

 

 

Definition Großraumbüro

Um es Vorweg zu nehmen – es gibt Großraumbüros und Großraumbüros. Eine eindeutige Definition des Begriffs „Großraumbüro“ gibt es nicht, landläufig spricht man jedoch von einem Großraumbüro, wenn die Fläche mehr als 400 Quadratmeter groß ist. Jedem Mitarbeiter stehen laut Arbeitsschutz mindestens 12 Quadratmeter Platz zu. Zum Vergleich: In China werden auf einen vierhundert Quadratmeter großen Parkplatz knapp sechzig Autos geparkt. In Deutschland arbeiten auf der gleichen Fläche gerade mal 33 Mitarbeiter. Also etwas mehr als die Hälfte. Klingt erst einmal gar nicht so schlecht. Woran liegt es also, dass Großraumbüros häufig verurteilt werden? Schauen wir dazu einmal in die Geschichte der Großraumbüros.

 

Die Entwicklung des Großraumbüros

Ab 1958 bis in die 1970er Jahre hinein schwappte Henry Fords Idee der Automatisierung und Standardisierung von Arbeitsprozessen erstmalig aus den Fabrikhallen heraus zu den Büroangestellten. Mit dem Ziel, auch im Verwaltungsbereich die Erträge zu verbessern. Die Arbeiter standen am Fließband, die Angestellten saßen in einer kleinen Bürokabine. Alle Kabinen waren gleich groß, daher wurde die Rationalisierungsmaßnahme als Initiative zur Demokratisierung verkauft. Das eigene Büro und dessen Größe als Statussymbol und Insignie der Macht hatten ausgedient. Die Botschaft lautete, dass alle zu gleichen Bedingungen an einem gemeinsamen Ziel arbeiteten. Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrem Artikel „Büroalpträume made in Germany“(1) folgendes: In Deutschland wurde bei Bertelsmann in Gütersloh 1959 das erste Großraumbüro eröffnet. Ausgestattet mit einer sogenannten „Bürolandschaft“ die ein Quickborner Möbelfabrikant entwickelt hatte. Was chaotisch wirkte, waren rational geplante Nutzlandschaften aus Wänden, Teppichböden, Topfpflanzen und Schreibtischen, die nach funktionalen Gesichtspunkten einander zugeordnet waren. Ein großer Vorteil war damals sicherlich, dass Bewegung in bislang starre Einzelbüros kam. Der Austausch wurde gefördert, ein Gefühl von Gemeinschaft entstand.

 

Das große Grauen

In den 1990er Jahren begann der (vermeintliche) Siegeszug der New Economy und mit ihr verschwanden Trennwände und Kabinen. Fabrikhallenartige Räume mit aneinander gereihten Schreibtischen und Bildschirmen entstanden. Um vermeintliche Demokratisierung ging es zu dieser Zeit nicht mehr. Propagiert wurde nun die Offenheit und Bereitschaft zur ständigen Kommunikation. Meetings fanden meist spontan und im Stehen statt. Es entstand das „Management by wandering around“, wie der Artikel im CIO Wirtschaftsmagazin(2) erzählt. Der Chef ging umher wie der Küchenchef eines Sternerestaurants unter den Stammgästen. Kommunizierte ringsum und nahm mal hier mal dort länger Platz und beteiligte sich an Fachgesprächen. Die Vorteile lagen hier sicherlich im engen Austausch, der häufig motivierend und empathisch sein kann. Nachteile entstanden dadurch, dass sich viele Kollegen kontrolliert und in ihrer Arbeit gestört fühlten. Privatsphäre gab es kaum.

 

Kurz nach der Jahrtausendwende kehrte die Idee des Großraumbüros wieder zurück zu ihren Wurzeln. Und das in Deutschland wieder in der Medienbranche. Es entstanden sogenannte Newsrooms, bekannt aus CNN und NTV. Die Moderatoren standen im Vordergrund, im Hintergrund eine Batterie an hektisch arbeitenden Journalisten in eng bestuhlten, pseudokreativen Bürolandschaften mit nun wieder feigenblattartigem Sicht- und Lärmschutz. Ähnlich auch den Börsensälen, in denen wild herumgefuchtelt und laut geschrien wurde um das große Geld zu machen. Doch auch dieses Konzept hatte viele Nachteile, besonders die Konzentrationsfähigkeit war extrem eingeschränkt. Von Vorteil war jedoch, und deshalb gibt es das Konzept Newsroom in abgewandelter Form bis heute, dass viele Mitarbeiter zur gleichen Zeit die gleichen Informationen erhielten und diese sofort verarbeiten konnten. Ohne Stille-Post-Prinzip und Zeitverlust. Das steigert die Produktivität.

 

Kleines Glück im großen Raum

Nur knapp zehn Jahre später waren sie dann da: kinderzimmerartige Arbeitswelten bei Google, Facebook und Co. Diese innovativen, bunten, designten Großraumbüros waren so schön und umfassend geplant und gestaltet, dass Mitarbeiter und Kollegen so wenig wie möglich in so etwas wie Privatleben jenseits der Firma entkommen sollten. Arbeiten, Vergnügen, Privatleben – möglichst alles unter einem Dach. Parallel vermehrten sich die „Freelancer“, die ihre Laptops in Szenecafés aufklappten und sich eher für Unternehmer als für besonders abhängig Beschäftigte hielten. Konnte man, aus welchem Grund auch immer, nicht in einem der tollen, internationalen Spielzimmer arbeiten, wurde eben das Café zum Großraumbüro. Sprechen wir über Vor- und Nachteile sei hier als Nachteil sicherlich wieder die fehlende Konzentration und Privatsphäre genannt. Ein großer Vorteil war der Durchbruch in schön designte, ungewöhnliche Arbeitsplatzszenarien, die nicht nur auf Tisch, Stuhl und Lampe beschränkt waren. Ein neuer, schöner Ansatz besonders für den kindlichen Konsumenten, der jetzt so langsam in die Arbeitswelt hineinwuchs.

 

Einzelzelle oder Legebatterie?

Schaut man sich die vielen, verschiedenen Großraumkonzepte im Wandel der Zeit an, vergleicht man Vor- und Nachteile, bildet sich eines ganz stark raus: Vor- und Nachteile halten sich die Waage. Sie sind ganz individuell. Während der eine den Lärmpegel im Raum ganz ausblenden kann, ist der andere empfänglich für alle Arten von Ablenkung. Außerdem kommt es auch auf die Tagesform an. Möchte ich heute so nah bei den Kollegen sitzen oder mich lieber zurückziehen? Ist meine heutige Aufgabe überhaupt geeignet, sie im Großraumbüro zu erledigen? Was ist mit meiner Privatsphäre?

 

Viele Studien belegen, dass Großraumbüros nicht der Produktivität dienen, andere sagen genau das Gegenteil. Warum? Weil wir eben Menschen sind! Wir lieben die Gemeinschaft, wir mögen es aber auch, uns zurück zu ziehen. Wir haben Aufgaben, die sich im Team ganz besonders gut lösen lassen. Aber es gibt eben auch Dinge, die ich ganz alleine in meinem stillen Kämmerlein ausarbeiten muss. Oder negativ gesagt, in der Einzelzelle. Moderne Bürokonzepte der frühen 2020er spiegeln genau das wider. So hat Workspace-Spezialist Satellite Office soeben ein neues, wegweisendes Bürokonzept in Frankfurt gelauncht: pureSilent® by Satellite Office. Die Arbeitsplätze wurden so geplant, dass es Einzelbüros, Teambüros und Open Spaces zum Arbeiten gibt. Es gibt schallgeschützte Plätze für vertrauliche Gespräche, es gibt Cafeterien mit langen Tischen für Teamarbeiten und unkonventionellen Austausch. Aber alles ist so ausgerichtet, dass zu jederzeit konzentriert und effizient gearbeitet werden kann. Wo immer das auch ist. Ob im Großraum, im Einzelbüro oder im Teambüro. Ganz flexibel und tagesaktuell. Weil wir eben Menschen sind!

 

Unsere lesetipp:

Nikil Saval. Cubed: The Secret History of the Workplace. www.amazon.de/Cubed-History-Workplace-Nikil-Saval/dp/0345802802/ref=sr_1_1

Siegfried Kracauer. Die Angestellten. www.amazon.de/Die-Angestellten-Aus-neuesten-Deutschland/dp/3518365134

1) www.sueddeutsche.de/karriere/grossraumbuero-eingekastelt-im-billig-buero-wuerfel-1.2288809-2 2)https://www.cio.de/a/horror-grossraumbuero,3102411

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