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Satellite Office Business Club Berlin Unter den Linden Römischer Hof

Interview mit Hannes Christoph Bächle (32), Büroleiter Berlin im Bereich Außenbeziehungen von MAHLE.


MAHLE ist ein Weltkonzern. 77.000 Mitarbeiter an 170 Produktionsstandorten, gegründet 1920. MAHLE ist einer der international führenden Entwicklungspartner und Zulieferer der Automobilindustrie sowie Wegbereiter für die Mobilität von morgen. Seit 2017 führt der Konzern ein Büro in der Hauptstadt. Adresse: Satellite Office, Unter den Linden.

Was hat MAHLE dazu bewegt, ein Büro in der Hauptstadt aufzubauen?
Hannes Christoph Bächle: „Mahle hat sich 2016 entschlossen, eine Politik-Abteilung aufzubauen. Zum einen sind wir als Konzern deutlich gewachsen, zum anderen treffen Bundes- und Europapolitik viele Entscheidungen, die uns als Unternehmen direkt betreffen. Hierzu können und wollen wir beitragen, indem wir zu politischen Fragen technologieorientierte Einschätzungen leisten und ein Gesprächspartner der Politik sind.

Hannes Christoph Bächle hat sein Büro bei Satellite Office, Unter den Linden. Es ist ein 2-Personen Büro mit einem kleinen Besprechungstisch. Wie sind Sie zu Satellite Office gekommen?
Hannes Christoph Bächle: „Ich habe am Anfang nach einem leer stehenden Büro gesucht, dann aber schnell fest gestellt, dass das Angebot in Berlin in zentraler Lage teuer und unflexibel ist. Ein Shared-Office-Konzept macht für MAHLE Sinn. Wir haben uns viel angeschaut, konnten uns aber schnell für Satellite Office „Unter den Linden“ entscheiden. Die Lauf-Nähe zum Bundestag aber auch die helle, freundliche Atmosphäre sowie die Möglichkeit, Büros und Konferenzräume spontan hinzu zu buchen, ist sehr flexibel. Wir haben es nicht bereut, wir würden es wieder so machen.

Was genau ist das Geschäftsfeld von Mahle?
Hannes Christoph Bächle: „Angefangen von Zweirädern übervom PKW und Nutzfahrzeuge bis hin zu Schiffen werden Sie MAHLE Komponenten rund um den Antriebsstrang und das Thermomanagement in Fahrzeugen auf der ganzen Welt finden – in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ebenso wie in Elektrofahrzeugen. Der Konzern leistet einen erheblichen Beitrag dazu, das Thema Mobilität in der Zukunft aktiv zu gestalten.“

Mahle bearbeitet also auch Themen der zukünftigen urbanen Mobilität?
Hannes Christoph Bächle: „Es geht über den urbanen Bereich hinaus, es ist die Grundfrage nach Mobilität und insbesondere die Vereinbarkeit von individueller Mobilität auf der einen Seite und Klima- und Umweltschutz auf der anderen Seite.. Für uns und die gesamte Automobilindustrie stellen diese Fragen eine enorme Herausforderung dar. MAHLE hat sich eine duale Strategie vorgenommen: Wir kommen als Unternehmen mit unseren Produkten vom Verbrennungsmotor. Diese Technologie entwickeln wir auch zukünftig weiter. Der andere Teil der dualen Strategie kümmert sich um alternative Antriebe, besonders um das elektrische Fahren. MAHLE wird beide Wege konsequent weitergehen. Dieser duale Ansatz Strategie stellt auch die Basis für unsere Außenkontakte dar. Angesichts verschiedener Antriebstechnologien im Pkw-Markt der kommenden Jahre werben wir für eine mehrpfadige Klimapolitik, um ambitionierte Ziele zu erreichen. Klimapolitik allein mit batterieelektrischen Fahrzeugen wird nach unserer festen Überzeugung nicht ausreichend sein. Kurzum: Eine verbindliche Treibhausgasregulierung ist richtig und nachvollziehbar, ihre Erfüllung muss aber der Technologieneutralität unterliegen.

Was ist Ihre Aufgabe im Konzern?
Hannes Christoph Bächle: „Ich leite das Büro Berlin im Bereich Außenbeziehungen, andere Firmen nennen das Konzernrepräsentanz. Seit März 2017 sind wir hier sehr intensiv dabei, Kontakte zu knüpfen, z.B.  zu Verbänden. Ich pflege aber auch den direkten Austausch mit der Politik. Seien es Abgeordnete oder Ministerien die mit Automobilthemen zu tun haben. Umgekehrt informiere ich verschiedene Ansprechpartner und Experten im Unternehmen über aktuelle und zu erwartende politische Entwicklungen.

Wie wichtig ist dabei die Adresse „Unter den Linden“?
Hannes Christoph Bächle: „Die Adresse unter den Linden ist eine Aussage, dass man als Unternehmen im politischen Berlin ankommen möchte. Üblich ist allerdings, dass man als Unternehmensvertreter zur Politik geht, das ist ein gewisses Zeichen. Wir hatten aber auch schon die Situation, dass Abgeordnete zu uns gekommen sind, wenn man einen vertieften technischen Austausch sucht. Dann hole ich regelmäßig unsere Experten aus Stuttgart dazu, da macht das Treffen bei Satellite Office im Konferenzraum Sinn.“

Ihr Unternehmen beschäftigt sich mit Zukunftsfragen. Satellite Office auch. Bei uns geht es um mobiles Arbeiten, Digitalisierung und die veränderten Anforderungen an Arbeitsplätze. Wie ist Ihre Einstellung dazu, mögen Sie eine Prognose machen?
Hannes Christoph Bächle: „Ich würde sagen, mein Arbeitsverhalten hat sich stark verändert. Ich bin gerne in meinem Büro bei Satellite Office, bin aber auch häufig auf Dienstreisen. Einmal im Monat bei den Politik-Kollegen in Brüssel und in der Unternehmenszentrale in Stuttgart, Termine im ganzen Bundesgebiet. Ich arbeite im Zug oder am Flughafen und bin damit auch zufrieden, denn ich wollte nicht dauerhaft an ein Büro gebunden sein.
Ich bin überzeugt, dass sich die Arbeitskultur weiter verändern wird, auch nicht nur für Leute die in kleinen Büros in der Hauptstadt arbeiten sondern auch für Konzernzentralen. Ich achte aber darauf, dass Zeit bleibt, Laptop und Handy wegzulegen und ins Grüne zu fahren.

Arbeiten Sie auch an anderen Satellite Office Standorten?
Hannes Christoph Bächle: „Bisher noch nicht, das war aber ein zeitliches Problem. Die Möglichkeit ist sehr positiv und bei mir nicht vergessen Frankfurt und München könnten für mich interessant sein.“

Vielen Dank für das interessante Gespräch, Herr Bächle!


Das Interview führte Annette Kissing für Satellite Office.